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    „Ich glaube nicht an den Widerspruch von Wirtschaft und Umweltschutz. Mein Job zeigt, wie gut sich beides miteinander verbinden lässt.“
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    „Wir können nicht mehr weitermachen wie früher. Zukunftsfähige Planung bedeutet, dass Politik und Gesellschaft gemeinsam nach nachhaltigen Ideen suchen.“
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    „Technik, Digitalisierung und Kommerz sind nicht die Feinde der Umwelt. Ich jedenfalls will in meinem Beruf nicht gegen, sondern für das Klima arbeiten.“
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    „Wir können die Umwelt nur schützen, wenn wir wissen, wie sie funktioniert. Mein Job ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für grüne Lösungen zu schaffen.“
Frau vor Pinnwand mit notierten Wünschen und Herausforderungen für regionale Netzwerke

Regionalworkshops des Netzwerk Grüne Arbeitswelt

Text: Stefanie Herzog

Die Vernetzung von Unternehmen, Verbänden, Fachinstitutionen, außerschulischen Bildungsträgern und Lehrkräften ist das zentrale Ziel des Netzwerk Grüne Arbeitswelt. Um diese Herausforderung meistern zu können, müssen Akteurinnen und Akteure in verschiedenen Regionen Deutschlands zusammengebracht werden, damit sie gemeinsam vor Ort den Nachwuchs für grüne Jobs begeistern können. In Berlin, Essen und Magdeburg kamen daher Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung zusammen, um die besonderen Anforderungen an eine Berufsorientierung für den Umwelt- und Klimaschutz aufzuzeigen und sich miteinander auszutauschen. Grundlegend waren die Fragen: Welche Projekte und Aktivitäten gibt es bereits vor Ort? Und wie lassen sich solche Vorhaben bündeln? Welche besonderen Herausforderungen und Chancen für die Berufsorientierung im Umwelt- und Klimaschutz gibt es in den Regionen? Was kann jede/r Einzelne in ein regionales Netzwerk einbringen und was wird von solch einem Verbund erwartet?

Greening in Berlin

Den Anfang machte das Netzwerk Grüne Arbeitswelt mit einem Regionalworkshop in Berlin in Kooperation mit LIFE e.V. Am 02. September 2019 standen hier vor allem die unterschiedlichen Bedarfe an eine Berufsorientierung für den Umwelt- und Klimaschutz von Unternehmen, Verbänden, Fachinstitutionen, außerschulischen Bildungsträgern und Lehrkräften im Mittelpunkt. In Anbetracht der Klimakrise legte Martina Bergk (LIFE e.V.) in ihrem Impulsvortrag die Dringlichkeit der Veränderung von Berufen für den Umwelt- und Klimaschutz dar und bot Einblicke in die Anforderungen an eine grüne Arbeitswelt im Raum Berlin. Sie ging dabei auf die Studie „Greening der Berufe“ ein. Darin wird erklärt, wie mit einem umfassenden „Greening“ der Wirtschaft die Ziele einer ökologischen und sozialen Transformation zu erreichen sind. Dieser Prozess betrifft alle Wirtschaftssektoren – von der Rohstoffwirtschaft über das Bauwesen, verarbeitende Gewerbe bis zum Handel und Dienstleistungssektor. Mit dem „Greening der Berufe“ eröffnen sich für junge Menschen vor ihrem Berufseinstieg viele Wege, eine nachhaltige Zukunft mitzugestalten. Die Möglichkeiten gehen dabei weit über die klassischen Umweltberufe hinaus. Deshalb braucht auch die berufliche Orientierung neue Impulse und Ansätze, die die dynamischen Veränderungen der Arbeitswelt abbilden und engagierte Jugendliche gewinnen. Martina Bergk ergänzte dazu: „Neue Berufe braucht es nicht, einzig eine Transformation bestehender Berufsbilder ist notwendig.“

Darüber hinaus wurden bestehende Aktivitäten und Projekte im Raum Berlin gesammelt. Dazu zählen u.a. der Girl’s Day, machGrün!, verschiedene Workshops und Infostände auf Messen, BERUFENET, das MINT Netz Berlin-Brandenburg sowie grüne Unternehmen und Startups als Anlaufstelle für die Berufsorientierung im Bereich Umwelt- und Klimaschutz. Auch Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte und Siegel für Ausbildungsbetriebe werden mittlerweile in der Praxis angewandt. Ein großer Wunsch der Workshopteilnehmer/innen ist eine zentrale Anlaufstelle. Wichtig sind für sie ein langfristig angelegtes Netzwerk bzw. eine Plattform sowie die Berücksichtigung der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit bei der Ausrichtung einer grünen Arbeitswelt. Erkennbar wurde auch, dass die häufig genutzte Begrifflichkeit „grüne Jobs“ nicht für alle eindeutig und klar ist. Zudem wünschten sich die Teilnehmenden mehr Bezirksarbeit und Zusammenarbeit mit Eltern. Weiterhin sollen Erkenntnisse von Universitäten etabliert werden. Zudem sollten Ausbildung und Beruf getrennt betrachtet werden. Ferner wurden sich mehr Beispiele gewünscht sowie Kooperationen von Unternehmen.

Regionalworkshop_Berlin.jpg

Als große Herausforderung wird zum einen die Endlichkeit von Projektlaufzeiten gesehen sowie den Wissenspool zu erhalten bzw. fortzuführen. Zum anderen sei die fehlende Bekanntheit eines grünen Arbeitsmarktes ein Problem. Für einige Teilnehmenden ist fraglich, wie Nachhaltigkeit in die Komplexität von Ausbildungsberufen integriert werden soll. Offene Fragen: Wer hat eigentlich die Aufgabe zu qualifizieren? Und was ist eine qualifizierte Arbeitskraft?  

Im Anschluss an den Regionalworkshop in Berlin erklärte sich das Unternehmen Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie dazu bereit, das regionale Netzwerk im Raum Berlin aufzubauen und zu begleiten. Interessierte Unternehmen, Verbände, Fachinstitutionen, außerschulische Bildungsträger und Lehrkräfte aus der Region, die Teil des Netzwerks sein wollen und/oder es unterstützen möchten, können sich gerne bei Dr. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.

Für eine Green Economy im Ruhrgebiet

Wo steht die grüne Arbeitswelt in Essen? Welche Synergien sollten ausgebaut werden? Wo liegen die Potenziale des Ruhrgebiets? Diesen und weiteren Fragen stellten sich die Teilnehmenden auf dem Regionalworkshop in Essen, den das Netzwerk Grüne Arbeitswelt am 05. September 2019 in Kooperation mit dem Impact Hub Ruhr veranstaltete. Den Einstieg mit einem Impulsvortrag gab Hildegard Boisserée-Frühbuss vom Verbundpartner WILA Bonn. Sie legte die Dringlichkeit einer green economy vor dem Hintergrund von Klimawandel und Ressourcenverknappung in allen Bereichen dar und nahm Bezug auf Anforderungen, Maßnahmen und Perspektiven vor Ort. Das Ruhrgebiet ist geprägt vom Strukturwandel, dem Ende des Steinkohlebergbaus, einem dadurch bedingtem Industrierückgang (hohe Arbeitslosigkeit) und zunehmendem Fachkräftemangel im technischen Bereich. Hier ist die Transformation der Arbeitswelt unerlässlich. Anhand von engagierten Akteur/innen wie dem Wissenschaftspark Gelsenkirchen und dem Wasserstoff-Kompetenzzentrum Herten zeigte Hildegard Boisserée-Frühbuss, wie der Aufbau neuer, klimafreundlicher Industrien gelingen kann. Für eine zukunftsfähige Berufsorientierung im Bereich Umwelt- und Klimaschutz braucht es im Ruhrgebiet es mehr Transparenz, mehr Einblick in die Praxis und mehr Interaktionen, aufgrund der Vielfalt an Menschen und Branchen.

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Hildegard Boisserée-Frühbuss gab den Teilnehmener/innen Tipps an die Hand, mit denen sich eine langfristigen Organisation und Finanzierung regionaler Netzwerke erreichen lassen. Das heißt ganz konkret:

  • fortlaufend die regionalen Gegebenheiten recherchieren
  • regionale Kooperationspartner/innen suchen
  • regionale „Netzwerkknoten“ ansprechen
  • persönliche Kontakte nutzen
  • Politik mit einbeziehen
  • Newsletter abonnieren

Auch im Ruhrgebiet finden bereits Aktivitäten und Projekte statt, die Jugendlichen grüne Jobs näher bringen. Dazu gehören u.a. Berufsorientierungscamps (z.B. BOOM Ferien-Camps, machGrün!), Wettbewerbe (z.B. Climathon, Fuelcell-Box), Veranstaltungen (z.B. Innovation Day, Umwelt Summit), Online Portale (z.B. GoodJobs und GreenJobs), Projekte (z.B. Energiejobs, Klimateens & -kids) und Jobmessen. Als Herausforderung sahen die Workshopteilnehmenden, große Unternehmen in die Pflicht der Berufsorientierung für den Umwelt- und Klimaschutz zu nehmen. Wie bei dem Regionalworkshop in Berlin, wurde auch in Essen der Wunsch nach einem Netzwerk deutlich. Es solle auf Berufsorientierungsangebote im Bereich Umwelt- und Klimaschutz aufmerksam machen, aber auch Kriterien aufstellen: Wann ist ein Job eigentlich nachhaltig? Viele Unternehmer/innen, die bereits seit einiger Zeit ihren Fokus auf grüne Jobs legen und Jugendliche darauf aufmerksam machen, verwiesen zudem darauf, wie wichtig es sei, dass sich die bestehenden Narrative und unattraktive Bilder von einigen Berufen in den Köpfen der Menschen ändern müssten. Zum Beispiel müsse ein/e Elektroniker/in nicht immer zwingend vor einem Schaltkasten abgelichtet werden, sondern man könne die Arbeit ebenso an einem Windrad veranschaulichen. Vor diesem Hintergrund erscheine das Greening der Berufe gar nicht mehr so schwer umsetzbar.

Im Anschluss an den Regionalworkshop in Essen erklärte sich Manuela Zänker von der GLS Bank bereit, im Rahmen der „Ausbildungsgruppe NRW“ ein nächstes Netzwerktreffen für Unternehmen zu organisieren. Das Netzwerk der „Ausbildungsgruppe NRW“ befindet sich derzeit im Aufbau. Interessierte Ausbildungsleiter/innen und Unternehmen sind herzlich eingeladen sich zu beteiligen. Verbundpartner UnternehmensGrün stellt einen Verteiler von Unternehmen für die Region (aus Mitgliedern und Interessenten am Regionalworkshop) sowie weiteren Akteur/innen für das Regionalnetzwerk Ruhrgebiet zur Verfügung.

Grüne Schlüsselkompetenzen in Sachsen-Anhalt

Beim dritten Regionalworkshop war das Netzwerk Grüne Arbeitswelt in der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg zu Gast. Das Treffen am 24. Oktober 2019 war vor allem geprägt von Teilnehmer/innen aus dem wissenschaftlichen Bereich. Linda Vieback und Dr. Stefan Brämer von der Otto-von-Guericke-Universität stellten in ihrem Impulsvortrag „Nachhaltigkeit in der Berufsausbildung. Schlüsselkompetenzen der Zukunft“ das Projekt „NachLeben“ vor. Ziele des Projekts sind die Entwicklung, betriebliche Erprobung, Evaluation und Verbreitung von nachhaltigkeitsorientierten, situierten Lehr-Lernarrangements für die Ausbildungsberufe der Lebensmittelindustrie. Innerhalb der zu entstehenden Lehr-Lernarrangements werden die einzelnen Nachhaltigkeitsdimensionen (ökologisch, sozial, ökonomisch) nicht isoliert voneinander, sondern ganzheitlich betrachtet und implementiert.

Lebensmittelindustrie und -handwerk, als Kernbestandteil des täglichen Lebens, kommt besonders in Sachsen-Anhalt als größte Branche (18,9%) eine enorme Bedeutung zuteil. Mit 173 Unternehmen, 22.500 Beschäftigten und einem Umsatz von 7,7 Mrd. Euro ist die Lebensmittelindustrie die umsatzstärkste und beschäftigungsintensivste Branche Sachsen-Anhalts (Destatis 2014). Obwohl Ernährung ein zentrales Thema nachhaltiger Entwicklung ist, fehlen fachdidaktische Lehr-Lernarrangements zu Vermittlung von Nachhaltigkeitskompetenzen bei Auszubildenden und Ausbildungspersonal. Daher eruiert die Otto-von-Guericke-Universität, inwieweit das Ziel der Ausbildung „Beruflicher Handlungskompetenz“ sich mit den Ansätzen zur Entwicklung von Bewertungs-, Gestaltungs- und Systemkompetenz vereinbaren lässt, um neben der Vermittlung von thematischen Aspekten der Nachhaltigkeit den Kompetenzerwerb mit zeitgemäßen didaktischen Ansätzen in der beruflichen Ausbildung weiter zu fördern und zu stärken.

Die Teilnehmenden des Workshops in Sachsen-Anhalt sammelten ihre Assoziationen zum Terminus „grüne Jobs“. Hier ein Einblick in die Ergebnisse:

  • Umweltfreundliche Technologien
  • Arbeit mit, um Natur / Klimaschutz
  • Grün = Natur: Wie willst du die Welt ein bisschen besser machen?
  • 3 Säulen der Nachhaltigkeit (sozial, ökologisch und ökonomisch)
  • Ausbildungsberuf
  • Beruf mit grünen Unternehmensinhalten
  • Beruf in grüner Abteilung
  • Beruf im grünen Segment / Branche

In Sachsen-Anhalt bereits im Bereich Berufsorientierung für den Umwelt- und Klimaschutz aktiv sind u.a. die Projekte intoMINT 4.0, MobiKiG, die lange Nacht der Ausbildung, selectMINT, NachLeben, Netzwerk Berufswahlsiegel sowie Schülerfirmen. Für die Zukunft wünschen sich einige Teilnehmer/innen eine „grüne Brille“ in der Berufsorientierung innerhalb von Schulen, so dass diese Themen immer mitgedacht werden. Außerdem sei „grün“ attraktiv in der Berufsorientierung gerade für Mädchen. Darüber sei es wichtig, dass eine Sensibilisierung im Großen stattfinden und Vorurteile und festsitzende Rollenbilder abgebaut werden. Statt insbesondere in bereits grünen Branchen von „grünen Jobs“ zu sprechen, solle zudem eher von Zukunftsberufen die Rede sein. Oft bestehe das Problem darin, nicht alle Menschen mit solchen Themen zu erreichen, weil bildungsfernere Bevölkerungsgruppen mit „grün“ eher die entsprechende politische Partei verbinden.

Perspektivisch soll auch im Raum Sachsen-Anhalt ein regionales Netzwerk Grüne Arbeitswelt entstehen. Hierzu sollen Netzwerkverteiler erstellt werden. Ein spezifisches Format des Zusammentreffens könnten bspw. „Thementische“ sein. Verbundpartner UnternehmensGrün setzt einen Verteiler auf, mit dem Themen, Angebote und Veranstaltungen kommuniziert werden können. Angestrebt ist außerdem ein weiteres regionales Vernetzungstreffen. Hierfür werden engagierte Menschen gesucht.

Die Workshops haben die Vielfalt des bereits vorhandenen Engagements für die Berufsorientierung im Bereich Umwelt- und Klimaschutz im Raum Berlin, im Ruhrgebiet und in Sachsen-Anhalt gezeigt. Dessen Wirkung lässt sich steigern, wenn es gelingt, dass die Akteurinnen und Akteure innerhalb der Regionen zusammenarbeiten und gemeinsam neue Projekte anstoßen. Denn in einem sind sich alle Teilnehmenden einig: Den Jugendlichen müssen ihre beruflichen Möglichkeiten in der grünen Arbeitswelt vermittelt werden, damit wir gemeinsam eine green economy gestalten können. Dafür braucht es ein starkes Netzwerk.

 

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